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< Zurück zur Übersicht 20.04.2026

Gibt es eine Zukunft für die Leichtathletikhalle Letzigrund?

Gemeinsame Stellungnahme von Martin Nyfeler und Felix Frei, Präsident des LC Zürich respektive Präsident des Vereins für Grossveranstaltungen des LCZ sowie Projektleiter der Leichtathletikhalle Letzigrund.

Der geplante Neubau einer Leichtathletikhalle auf dem Letzigrund-Areal erleidet nach dem politischen Rückschlag eine Verzögerung auf unbestimmte Zeit. Der Stadtrat hat nach dem Rückweisungsantrag der zuständigen Sachkommission des Gemeinderats den Antrag noch vor der Diskussion im Gemeinderat zurückgezogen. Der Leichtathletik-Club Zürich (LCZ) und der Verein für Grossveranstaltungen des LCZ (VfG/LCZ) bedauern die aktuellen Ereignisse ausserordentlich, eine bittere Enttäuschung. Eine gute, auf dem Engagement der Sportvereine basierende und aus Sicht der Stadt zu zwei Dritteln fremdfinanzierte Lösung für den Bau der Halle wäre möglich gewesen, um die aktuellen Kapazitätsprobleme zu lösen. Leider wurde dies aus politischen, ideologischen Gründen vertan – der Nachwuchs- und Breitensport in der Stadt Zürich trägt die Quittung.

Das Bedürfnis einer Halle und damit dem Ausbau der Kapazitäten für den Jugend- und Nachwuchssport, aber auch für ein Nationales Leistungszentrum, ist unvermindert gross. Schon länger leiden der LCZ und die Leichtathletik in der Stadt Zürich allgemein mangels verfügbarer Kapazitäten und Ressourcen unter einem Aufnahmestopp für jugendliche Leichtathletinnen und -athleten. Die Situation verschärft sich von Jahr zu Jahr.

Das neue Letzigrund-Stadion ist damals als Leichtathletik- und Grossevent-Stadion und – nur vorübergehend bis zum neuen Fussballstadion – als Spielstätte des FCZ gebaut worden. Seit 2007 dauert dieser provisorische Zustand nun an und wird jährlich akzentuierter. Der LCZ wird inzwischen mehrere Monate pro Jahr, mit zunehmender Tendenz, aus seinem Heimstadion verdrängt und kann dieses nicht nutzen. Dies wiederum erhöht den Druck auf andere Sportanlagen der Stadt Zürich.

Was bedeutet dieser Entscheid nun für die Leichtathletikhalle? Das weit entwickelte Projekt ist für den Moment in der Schublade. Es ist völlig offen, wie, in welcher Form und wann das Projekt wieder aufgenommen werden kann. Nach den Wahlen werden neue Stadträte für das Thema zuständig sein und auch im Gemeinderat werden viele neue Gesichter sein.

Felix Frei, Präsident des VfG/LCZ und Projektleiter der Halle, zeigt sich weiterhin motiviert: «Natürlich sind wir massiv enttäuscht und können die Gründe nicht nachvollziehen. Das Bedürfnis einer Halle ist jedoch für den Jugendsport und die Leichtathletik in Zürich unvermindert gross. Nicht zuletzt ist es auch für Weltklasse Zürich ein Problem, wenn wir nicht genügend Nachwuchs aus den eigenen Reihen generieren können. Das Ziel ist es nun, dass die Halle nicht für viele Jahre schubladisiert wird, sondern für eine Realisierung neue Lösungswege gefunden werden. Der VfG/LCZ und der LCZ haben bisher viel eigenes Geld in die Planung gesteckt und werden deshalb dranbleiben.»

Kämpferische Töne schlägt auch Martin Nyfeler, Präsident des LCZ, an: «Bis jetzt haben wir immer verständnisvoll auf die zunehmende Verdrängung aus dem Letzigrund reagiert und haben immer wieder zu unserem eigenen Nachteil Kompromisse gemacht. Dies in der Hoffnung, dass «unser» Leichtathletikstadion dereinst, wie damals versprochen, wieder mehr verfügbar ist und wir in absehbarer Zeit eine Leichtathletikhalle zur Verfügung haben. Es kann nicht sein, dass ein über 100-jähriger Traditionsvereins der Stadt Zürich schrittweise aus seiner Trainingsbasis verjagt wird. Nun müssen wir uns aktiv gegen diese fortlaufende Verdrängung wehren. Der LCZ ist in seiner Entwicklung gefährdet und damit die konkreten Leistungen wie Nachwuchsarbeit, Breitensport, Integrationsarbeit, Weltklasse Zürich und die Positionierung von Zürich als eine Weltstadt der Leichtathletik, welche er für die Stadt tagtäglich erbringt.»

Wie es weitergeht, ist somit heute unklar. Die Notwendigkeit eines Ausbaus der Sport-Infrastruktur in der Stadt Zürich ist weiterhin gegeben. Der Bedarf an einer modernen, multifunktionalen Leichtathletikhalle für die Jugend und Zürich bleibt unbestritten und wird nicht kleiner. Der Stadtrat unterstützte das bisherige Projekt von Beginn an und es ist zu hoffen, dass dies auch mit dem neuen Stadtrat der Fall sein wird und die links-grüne Mehrheit im Gemeinderat den Nutzen dieser Halle und das grosse Engagement der Sportvereine erkennt.

Martin Nyfeler, Präsident LCZ                              

Felix Frei, Präsident VfG/LCZ