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< Zurück zur Übersicht 14.08.2026

Angelica Moser verteidigt ihren EM-Titel in Birmingham

Angelica Moser ist die alte und neue Europameisterin im Stabhochsprung: Die Athletin des LC Zürich meisterte 4,80 m in Birmingham und verteidigte ihren Titel von Rom. William Reais stand wie schon 2024 im 200-m-Final.

Doppel-Europameisterin Angelica Moser (Bild: athletix.ch)

Nachdem Jason Joseph (LC Therwil/110 m Hürden) und Simon Ehammer (TV Teufen/Weit) bereits Gold und Silber errungen hatten, sicherte die Stabhochspringerin Angelica Moser (LC Zürich) dem Schweizer Team die dritte von insgesamt sieben Medaillen, davon drei goldenen.

Moser übersprang in der Abend-Session des vierten Wettkampftages als einzige 4,80 m und egalisierte ihre persönliche Saisonbesthöhe. «Ich musste nie in den zweiten Versuch gehen. Es war ein super Wettkampf», freute sich Moser im SRF-Interview.

Die von Adrian Rothenbühler gecoachte Europameisterin fügte ihrem langen Palmarès einen weiteren grossartigen Erfolg hinzu. Die frühere Teilnehmerin des UBS Kids Cups gewann in den Nachwuchskategorien siebenmal Gold (EYOF, YOG, U20-EM, U20-WM, zweimal U23-EM und Universiade) an internationalen Meisterschaften.

Angelica Moser nach ihrem 4,80-m-Sprung (Bild: athletix.ch)

Auf Elitestufe jubelte die Andelfingerin an den Hallen-Europameisterschaften 2021 (Apeldoorn/NED) und 2025 (Torun/POL) jeweils über Gold. An der EM 2024 in Rom (ITA) setzte sie sich ebenfalls durch. Die 28-Jährige ist die erste Schweizerin, die einen EM-Titel in einer technischen Disziplin erfolgreich verteidigte.

Mit einem Wettkampfscore von 1208 Punkten sicherte sie sich zudem die zum zweiten Mal vergebene Golden Crown im Wert von 50’000 Euro in den weiblichen Sprungdisziplinen. Das Gleiche schaffte 800-m-Europameistersterin Audrey Werro dank ihres Meisterschaftsrekords (1:54,81) in den Mittel- und Langstrecken.

Angelica Moser ist die beste EM-Springerin und damit Golden-Crown-Gewinnerin 2026 (Bild: athletix.ch)

William Reais wieder im EM-Final
In den 200-m-Halbfinals überzeugten die Schweizer Sprinter. Timothé Mumenthaler (Stade Genève) stürmte in seiner Serie mit 20,09 Sekunden als Zweiter ins Ziel. William Reais (LC Zürich) qualifizierte sich ebenfalls als Zweiter. Mit 20,35 Sekunden lief der Bündner so schnell wie noch nie in dieser Saison.

William Reais (Bild: athletix.ch)

Im Final resultierte für den Bronzemedaillengewinner von Rom 2024 Rang 8 in 20,63 Sekunden, während sich Titelverteidiger Mumenthaler (20,26) Bronze schnappte – ex aequo mit Eseosa Fostine Desalu (ITA). Gold und Silber gingen an den Deutschen Owen Ansah (19,95) und den Briten Zharnel Hughes (20,16).

Die 4×100-m-Mixedrekordstaffel mit Fabienne Hoenke, William Reais, Géraldine Di Tizio-Frey, Daryl Bachmann (Bild: athletix.ch)

Zu einem Premierenauftritt kam William Reais mit der 4×100-m-Mixedstaffel. Die Equipe mit Daryl Bachmann (Old Boys Basel), Géraldine Di Tizio-Frey (LK Zug), William Reais (LCZ) und Fabienne Hoenke (LV Fricktal) lief im Direktfinal erstmals unter 41 Sekunden und stellte mit 40,87 Sekunden eine nationale Rekordzeit auf. Die bisherige Bestmarke, erzielt im Juli in Fribourg, lag bei 41,01 Sekunden. Die 40,87 Sekunden reichten hinter Grossbritannien (39,97), Deutschland (40,11) und Spanien (40,42) zu Rang 4.

Dany Brand (Bild: athletix.ch)

Dany Brand Zwölfter mit Bestzeit
In der Morgen-Session des dritten EM-Tages landete Dany Brand einen Exploit: Mit 48,96 Sekunden egalisierte der 400-m-Hürdenläufer seine Bestzeit aus dem Jahr 2021. Der 30-jährige Zürcher bewies eindrücklich, dass es sich lohnt, dranzubleiben und durchzuhalten. Seine zwei besten Karrierezeiten vor dieser EM realisierte er in den Jahren 2017 (49,14) und 2021 (48,96) auf.

In 49,07 hatte er sich zuvor erstmals für die EM-Halbfinals qualifiziert. «Fünf Jahre sind eine lange Zeit, auch wenn es mir vorkommt, als sei es gestern gewesen», freute sich Brand im Interview mit Klubkollege Pascal Magyar (Swiss Track Check). Unter allen Halbfinalisten stellte die zwölftbeste Zeit auf.

4×400-m-Männerstaffel erstmals seit 1998 im Final
In der Morgen-Session des fünften EM-Tages doppelte Dany Brand mit Ricky Petrucciani (beide LCZ), Haydn Brotschi (LV Langenthal) und Lionel Spitz (Adliswil Track Team) nach: In 3:01,31 Minuten kam die 4×400-m-Männerstaffel bis auf 13 Hundertstelsekunden an den Schweizer Rekord heran und qualifizierte für den Endlauf.

Dort brachten Brand, Spitz, Petrucciani und Brotschi den Stab nach 3:02,78 Minuten als Achte ins Ziel. «Wir haben uns vorgenommen, Risiko einzugehen und schnell anzulaufen. Wir haben alles gegeben, was wir hatten», meinte Brand im SRF-Interview stellvertretend für das Team. Die vier Langsprinter dürfen stolz auf sich sein. Erstmals seit 1998 stand eine Schweizer 4×400-m Männerstaffel im Final. Damals gelang das Kunststück Laurent Clerc, Alain Rohr, Kevin Widmer und Mathias Rusterholz.

Die 4×400-m-Finalstaffel mit Haydn Brotschi, Dany Brand, Lionel Spitz und Ricky Petrucciani (Bild: athletix.ch)

Die Frauenstaffel in der Besetzung Mélanie Roland (CA Belfaux), Lena Wernli (LC Zürich), Annina Fahr (LAC TV Unterstrass) und Yasmin Giger (LC Zürich) wurde in 3:30,12 Minuten Gesamtzwölfte.

Erstmals in die Einzel-EM-Halbfinals vorzustossen vermochten neben Dany Brand auch Kurzsprinterin Natacha Kouni (14.) sowie Langhürdlerin Lena Wernli (22.). Endstation bildeten die Vorläufe hingegen für Ricky Petrucciani (400 m), Ivan Pelizza (800 m), Selina von Jackowski (100 m Hürden) und Yasmin Giger (400 m Hürden). Letztere kam wie Petrucciani und Wernli noch zu einem Zweiteinsatz mit der Langstaffel.

Yasmin Giger gibt alles für die 4×400-m-Staffel (Bild: athletix.ch)

Finals:
1. Angelica Moser | Stab | 4,80 m (=SB)
4. William Reais | 4×100 m Mixed | 40,87 (NR)
8. William Reais | 200 m | 20,63 (HF 20,35/SB)
8. Dany Brand & Ricky Petrucciani | 4×400 m Männer | 3:02,78 (HF 3:01,31)

Halbfinals:
4. (12.) Dany Brand | 400 m H | 48,96 (=PB)
3. (14.) Natacha Kouni | 100 m | 11,26
6. (22.) Lena Wernli | 400 m H | 57,17 (VL 56,25)
6. (12.) Lena Wernli & Yasmin Giger | 4×400 m Frauen | 3:30,12 (SB)

Vorläufe:
6. (12.) Lena Wernli & Yasmin Giger | 4×400 m | 3:30,12
6. (14.) Yasmin Giger | 400 m H | 56,57
6. (15.) Ricky Petrucciani | 400 m | 46,14
8. (29.) Ivan Pelizza | 800 m | 1:49,42
5. (19.) Selina von Jackowski | 100 m H | 13,14

Link zu den Resultaten

Link zur EM in Birmingham

(SwA/MAS)