18.03.2026
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«Eine Niederlage für die Jugend und den Breitensport»
Der geplante Neubau einer Leichtathletikhalle auf dem Letzigrund-Areal erleidet einen politischen Rückschlag: Die zuständige Sachkommission des Gemeinderats weist das Projekt an den Stadtrat zurück. Für den Leichtathletik-Club Zürich (LCZ) und den Verein für Grossveranstaltungen des LCZ (VfG/LCZ) ist der Entscheid «eine bittere Enttäuschung – insbesondere für den Nachwuchs- und Breitensport in der Stadt Zürich.»

Hier hätte die dringend benötigte Leichtathletikhalle gebaut werden sollen (Bild: LCZ/MAS)
Die Sachkommission Präsidialdepartement, Schul- und Sportdepartement (SK PRD/SSD) des Gemeinderates der Stadt Zürich beantragt dem Gemeinderat, den Antrag für den Neubau einer Leichtathletikhalle im Baurecht durch den LCZ auf dem Letzigrund-Areal mit einem «Motivierten Rückweisungsantrag» an den Stadtrat zurückzuweisen. Dieser Entscheid ist ein Rückschlag für den Zürcher Nachwuchs- und Breitensport sowie für die Weiterentwicklung der Leichtathletik. Gleichzeitig stellt er auch das Engagement der Vereine und privaten Partner infrage, die sich aktiv für Lösungen der bestehenden Kapazitätsengpässe im Zürcher Sport einsetzen.
Felix Frei, Präsident des VfG/LCZ und Projektleiter des Hallenprojekts, zeigt sich ernüchtert: «Das ist ein schlechter Tag für die Zürcher Jugend, den Sport und die Leichtathletik. Wir sind enttäuscht über diesen Entscheid. Gemeinsam mit der Verwaltung und dem Stadtrat haben wir in einem ressourcenintensiven Planungsprozess eine tragfähige, verlässliche und langfristige Lösung erarbeitet. Eine gute und aus Sicht der Stadt zu zwei Dritteln fremdfinanzierte Lösung für den Bau der Halle wäre möglich gewesen. Dass das Projekt nun aus scheinbar politischen Gründen auf Gemeinderatsebene abgewiesen werden soll, ist für uns unverständlich.»
Wie es weitergeht, ist unklar. Die Notwendigkeit eines Ausbaus der Sport-Infrastruktur in der Stadt Zürich ist weiterhin essenziell, damit auch künftig Jugendliche genug Bewegung haben. Aktuell gibt es aufgrund von Kapazitätsengpässen in verschiedenen Sportverbänden einen Aufnahmestopp für sportbegeisterte Jugendliche. Der Bedarf an einer modernen Leichtathletikhalle für die Jugend und Zürich bleibt unbestritten und wird nicht kleiner.
Der über 100-jährige Stadtverein LCZ verfolgt seit mehreren Jahren das Ziel, auf dem Letzigrund-Areal eine moderne Leichtathletikhalle zu realisieren. Die geplante Halle sollte ideale Trainings- und Wettkampfbedingungen für Zürcher Leichtathletikvereine, Sportschulen und Nachwuchsathletinnen und -athleten schaffen, bestehende Sportanlagen wie das Sihlhölzli entlasten und als nationales Leistungszentrum dienen. Auch für Grossanlässe wie Weltklasse Zürich wäre die Halle von zentraler Bedeutung gewesen.
Der Stadtrat unterstützte das Projekt von Beginn an und beantragte dem Gemeinderat unter anderem ein 50-jähriges, verlängerbares Baurecht, einen Investitionsbeitrag von 7 Millionen Franken, Betriebsbeiträge von maximal 400 000 Franken pro Jahr für 30 Jahre sowie einen reduzierten Baurechtszins. Weitere Finanzierungsmittel sollten vom Bund, vom Kanton Zürich und von privaten Geldgebern stammen.
Trotz breiter fachlicher und finanzieller Unterstützung findet das Projekt in der Sachkommission des Gemeinderats keine politische Mehrheit. Inhaltlich war das Projekt nie bestritten, zu einigen Kritikpunkten wie Zugang zum Areal und zur Halle für die Bevölkerung konnten sachliche Lösungen aufgezeigt werden. Das Baurecht und die Finanzierung des Baus zu zwei Dritteln durch Bund, Kanton und die Vereine waren jedoch einer Mehrheit der Kommission nicht genehm.
Martin Nyfeler, Präsident des LCZ, fügt an: «Ich kann nicht nachvollziehen, dass dieses breit abgestützte und von mehreren Partnern finanziell getragene Projekt von der Politik zurückgewiesen wird. Die Leichtathletik in der Stadt Zürich wird dadurch in ihrer Entwicklung gebremst. Die Leidtragenden sind in erster Linie unsere Nachwuchsathletinnen und -athleten. Aber auch für alle jene, die sich freiwillig für Sport und Gesundheit engagieren, ist dieser Entscheid ein Motivationsdämpfer.»
Sport unterstützt Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und hilft bei der Integration. Die Halle entspricht einem ausgewiesenen Bedürfnis. Umso unverständlicher ist die Zurückweisung der Leichtathletikhalle im Letzigrund aufgrund politisch-ideologischer Entscheide der links-grünen Fraktionen des Gemeinderats.
(ELW)